Die St. Nikolauskirche in Tscheressy

Am Rande des Dorfes Tscheressy steht die St. Nikolaus-Kirche, ein in der 2. Hälfte des 19. Jahrhunderts im neorussischen Stil errichteter Ziegelbau. Die recht großzügige Anlage besteht aus dem achteckigen Turm auf einer annähernd quadratischen Basis, der Vorhalle (Narthex) und dem Kirchenschiff (Naos), das von einem Zwiebeltürmchen auf achteckiger Basis bekrönt ist. Rückseitig wird die Kirche von einer fünfeckigen Apsis mit beidseits je einem kleinen, rechteckigen Anbau abgeschlossen.

Unweit der Kirche stößt man auf das ehemalige Pfarrhaus – früher Wohnsitz des Gemeindepriesters, in dem auch eine Sonntagsschule untergebracht war. Das Gebäude dient heute mehreren Familien als Wohnhaus.

Opsa

Opsa ist eine Dorf im Kreis Braslaw (Region Witebsk). Es liegt am Ufer des Opsa-Sees, 18 Kilometer südwestlich von Braslaw an der Straße zwischen Braslaw und Postawa. Die Staatsgrenzen zu Lettland und Litauen sind quasi nur einen Steinwurf entfernt.

In schriftlichen Quellen wird Opsa erstmals im Jahr 1500 erwähnt, als der litauische Großfürst Alexander der Jagiellone (Alexandr Jagellontschik, 1461-1506) Opsa dem Smolensker Fürsten Glasyn zur vorübergehenden Nutzung überließ.

Nach der dritten polnischen Teilung (1795) befand sich Opsa auf dem Territorium des Russischen Reiches.

Während Napoleon Bonapartes Russlandfeldzug schlug hier am 6. Juli 1812 General M. B. Barclay de Tolly (1761-1818), Kommandeur der 1. russischen Westarmee, sein Quartier auf, gefolgt von Marschall Joachim Murat (1767-1815) am 11. Juli 1812, Kommandeur des französischen Kavalleriekorps .

1859 hatte der Ort 11 Höfe und 163 Einwohner. 1864 wurde die öffentliche Schule eröffnet. Anfang des 20. Jahrhunderts zählte Opsa 415 Einwohner im Ort und 55 Personen auf dem Landgut der Grafen Plater. Während des Ersten Weltkriegs waren in dem Ort, auf dem Landgut und in seiner Umgebung Einheiten der russischen Armee, Sanitäts- und Nachschubeinrichtungen sowie Lazarette untergebracht.

Nach dem Friedensvertrag von Riga (1921) befand sich Opsa auf dem Territorium der Zweiten Polnischen Republik (1918-1939). 1931 lebten 907 Einwohner in Opsa. Acht Jahre darauf gehörte das Dorf zur UdSSR – bis zu deren Auflöusng 1991.

Opsa war zwischen Juli 1941 und Juli 1944 von deutschen Truppen besetzt. Im Juni 1942 zwangen die Deutschen die in Opsa lebenden Juden, sich in einem zuvor eingerichteten Ghetto zu sammeln, wo sie fortan den Misshandlungen und Demütigungen der Besatzer schutzlos ausgesetzt waren. Anfang Juli 1942 waren dort noch 300 Menschen am Leben. Sie wurden am 1. September 1942, am Vorabend des jüdischen Neujahrsfestes, in das Ghetto der Nachbarstadt Braslaw getrieben. Am 19. März 1943 wurden alle dort verbliebenen Gefangenen von den Deutschen ermordet.

2019 betrug die Einwohnerzahl des Ortes 537 Personen.

Opsa, Dorfstraße
Das frühere Pfarrhaus, heute Sanitätsstation des Ortes

Die St. Johannes-Kirche in Opsa

Die St. Johannes-Kirche in Opsa ist ein neugotischer Ziegelbau, der 1887 erbaut wurde. Es gab zwei Vorgängerbauten.

Die erste katholische Kirche in Opsa ist bereits für das Jahr 1500 belegt. Dieses frühe hölzerne Kirchengebäude wurde 1768 durch einen – ebenfalls hölzernen – Nachfolgebau ersetzt. 1886 fiel er einem Brand zum Opfer. Noch im selben Jahr begann mit Hilfe von Feliks Witold Broel-Plater (1849-1924) zu dessen Besitzungen das Dorf Opsa gehörte, der Bau einer neuen Kirche. Das bis heute erhaltene Gebäude ist einschiffig mit einer fünfeckigen Apsis, die beidseitig von jeweils einer Sakristei flankiert wird. Kirchenschiff und Sakristei haben ein Satteldach, die Apsis ein Walmdach. Die Hauptfassade ist durch das Eingangsportal, eine kleinen Rosette mit flankierenden Rundbogenfenstern und ein doppeltes Rundbogenfenster klar gegliedert. Darüber erhebt sich der Turm mit quadratischem Grundriss und spitzem Walmdach.

Opsa, St. Johannes-Kirche, Hauptfassade
Opsa, St. Johannes-Kirche, Seitenportal

1928 zerstörte eine neuerliche Feuersbrunst die Hälfte des Dorfes. Auch die Kirche wurde schwer beschädigt, der Turm und das Kirchendach waren nicht mehr zu retten. Doch mit großem Engagement und unter Hinzuziehung von Ingenieuren aus Vilnius und Warschau wurde die Kirche wiederaufgebaut.

Nach der Besetzung Ostpolens durch die Sowjetunion (1939) existierten Gotteshaus und Kirchengemeinde noch bis 1949. Dann wurde die Kirche geschlossen und diente fortan als Lagerhaus. Im selben Jahr wurde der letzte Priester, Kazimierz Tomkowicz, vom sowjetischen NKWD verhaftet. Zum Verhängnis wurde ihm seine seelsorgerische Tätigkeit für die Soldaten der polnischen Heimatarmee, die während des 2. Weltkriegs für die Befreiung Polens von den deutschen Besatzern kämpfte und nach dem Einmarsch der Roten Armee ihren Widerstand gegen das kommunistische Regime fortsetzte. Tomkowicz wurde zu 25 Jahren Arbeitslager verurteilt, doch der Tod Stalins bewahrte den Geistlichen vor diesem Schicksal. Ab 1955 wirkte er als Gemeindepfarrer in Slobodka bei Braslav, ab 1961 bis zu seinem Tod (April 1984) in der Gemeinde Wolkaty.

Erst 1990 wurde das Gotteshaus den Gläubigen zurückgegeben und am 21. September desselben Jahres erneut geweiht. Nach einer aufwendigen Restaurierung ist die Kirche heute in ihrer ursprünglichen Form wiederhergestellt.

Das Herrenhaus in Opsa

Ganz in der Nähe der Ortschaft Opsa liegt, malerisch am Ufer des gleichnamigen Sees gelegen, ein Herrenhaus, das zwischen 1903 und 1904 von Feliks Witold Broel-Plater (1849-1924) erbaut wurde, der, zusammen mit seiner Frau Elżbieta Potocka (1874-1960), auch der letzte Besitzer von Gut Belmont war.

Der Komplex in Opsa umfasste das eigentliche Herrenhaus, eine Reihe von Neben- und Wirtschaftsgebäuden und den Park. Das Hauptgebäude und einige der angegliederten Bauten sind erhalten geblieben.

Den zentralen, eingeschossigen Gebäudeteil des Gutshauses flankieren zwei zweigeschossige, rustifizierte Risalite. Haupt- und Seitenflügel sowie den zentralen, auf zwei Säulen ruhenden Portikus schützt ein Mansarddach. Die Fensteröffnungen schmücken Pilaster und Gesimse. Die Hauptfassade ist zur Landseite ausgerichtet, an der Gebäuderückseite gab es eine große Terrasse. Eine repräsentative Treppe führte direkt zum Opsa-See.

Das Gutshaus (Hauptfassade) in den 1930-er Jahren. Foto © Anna Ostrowska, https://radzima.org/be/fota/10082.html
Das Gutshaus (Terrasse an der Gebäuderückseite) in den 1930-er Jahren.
Foto © Anna Ostrowska, https://radzima.org/be/fota/10084.html
Das Gutshaus (Treppe zum See an der Gebäuderückseite) in den 1930-er Jahren.
Foto © Anna Ostrowska, https://radzima.org/be/fota/10082.html

Den etwa 6 Hektar große Landschaftspark ließ Feliks Plater mit ausgesuchten Bäumen und Pflanzen anlegen. Lauben, Blumenbeete, steinerne Pflanzkübel und andere dekorative Elemente lockerten das Bild auf.

Äußerlich ein wohlproportioniertes Gebäude im neoklassizistischen Stil, lässt heute jedoch beim Näherkommen der erste Eindruck wenig Gutes vermuten.

Die Fenster und Türen sind mit groben Bretten vernagelt, und das Innere des Hauses erinnert an einen unvollendeten sowjetischen Plattenbau. Wie kam es dazu?

Auch nachdem Herrenhaus und Park vollendet waren, hat Feliks Plater sein Landgut niemals bewohnt, der 1. Weltkrieg verhinderte dies. Ab 1915 diente das Gutshaus als Militärkrankenhaus, 1922 erwarb die Republik Polen das Anwesen und richtete 1927 dort eine Landwirtschaftsschule ein. Das Herrenhaus beherbergte nun Klassenräume und Schlafsäle für die Schüler, den Speisesaal, die Schulküche und, im Erdgeschoss des rechten Flügels, die Wohnung des Schulleiters. Fortan wurden männliche Landwirte in moderner Landwirtschaftlich, Agrartechnologie, Tierzucht und Landgewinnung geschult. Handwerkliche Ausbildungen (zum Schmied, Schlosser, Schreiner u.a.m.) waren ebenfalls Bestandteil des Lehrplans. Der schuleigene landwirtschaftliche Betrieb hatte eine Fläche von 92 Hektar. Schon bald wurde die Schule zu einer der fortschrittlichsten Einrichtungen ihrer Art, die auch ausländische Auszubildende aufnahm.

Die Landwirtschaftsschule zwischen 1920 und 1939. Narodowe Archiwum Cyfrowe, Inv.-Nr. 3/1/0/10/2384
Die Landwirtschaftsschule zwischen 1920 und 1939, Gartenseite, Treppe zum See. Narodowe Archiwum Cyfrowe, Inv.-Nr. 3/1/0/10/2384/2

Das Ende der Landwirtschaftsschule kam 1939. Schon im September war Ostpolen durch die Sowjetunion besetzt worden. Der letzte Rektor der Schule, Bernard Wysłouch (geb. 1903), wurde verhaftet, deportiert und 1940 in Sibirien ermordet, die Schule selbst wurde geschlossen.

Die nach dem Zweiten Weltkrieg von den Alliierten festgelegten Grenzverläufe führten dazu, dass die 1939 von der Sowjetunion besetzten ostpolnischen Gebiete auch nach 1945 sowjetisch blieben. Feliks Platers Gutshaus wurde bis zur Auflösung der Sowjetunion (26.12.1991) als Waisenhaus genutzt. Danach übernahm die Belarussische Gesellschaft der Behinderten (Bjelaruskaje Tawarystwa Inwalidau – sie existiert bis heute) das Landgut. Es sollte in ein Erholungszentrum für Menschen mit Behinderung umgewandelt werden. Im Zuge der Sanierung wurde das Innere vollständig entkernt, bis nur noch die Außenwände standen. Doch der neue Eigentümer konnte den Fortgang der aufwendigen Umbauarbeiten nicht finanzieren, und die Sanierung wurde eingestellt.

Da dieses historische Gebäude nicht das einzige war, das zu verfallen drohte, ermöglichte Anfang der 2010-er Jahre der Staat privaten Investoren, leerstehende historische Gebäude und die dazu gehörenden Grundstücke und Ländereien zu erwerben. So sollten baufällige Gebäude von hohem historischen Wert vor weiterer Zerstörung bewahrt werden.

Im Falle des Herrenhauses in Opsa trat 2012 die Minsker Immobilienfirma Pakodan als aussichtsreicher neuer Eigentümer des gräflichen Anwesens auf den Plan. Man legte ein detailliertes Projekt zur Wiederbelebung des Anwesens vor, das in einen modernen Hotelkomplex verwandelt werden sollte, in eine Nobelherberge in historischer Hülle mitten im Nationalpark Braslawer Seen.

Pakodan gründete eigens für dieses Vorhaben die Firma Usadby i Samki (Herrensitze und Schlösser), die die Umsetzung des Vorhabens in großem Stil in Angriff nahm. Ein Geschäftsführer, vier Wachleute und ein Techniker wurden eingestellt, Gebäude und Grundstück befreite man von Unrat und Unkraut, die leeren Fenster- und Türöffnungen des Gutshauses wurden gesichert, um das Gebäude vor Witterungseinflüssen zu schützen. Eine Videoüberwachung wurde installiert, Informationstafeln informierten über das Projekt, und in einem Nebengebäude wurden Büros für die Bauleitung eingerichtet.

Geplantes künftiges Aussehen des restaurierten Herrenhauses, Hauptfassade. Quelle: http://castles.by/

Eine eigens angelegte Informationsseite im Internet illustriert bis heute das ambitionierte Vorhaben in attraktiven virtuellen Ansichten und mit verlockenden Worten: „Hauptaufgabe des Projekts ist die Bewahrung des historischen Erscheinungsbildes des ehemaligen gräflichen Landguts, das zum kulturhistorischen Erbe der Republik Belarus zählt.“

Geplantes künftiges Aussehen des restaurierten Herrenhauses, Gartenseite. Quelle: http://castles.by/

Doch 2014 traten erneut finanzielle Schwierigkeiten auf, und das Projekt kam zum Stillstand. Die Tür zum Büro der Bauleitung umrankten Brennnesseln, das Grundstück wurde von Sträuchern überwuchert. Als einziges sichtbares Relikt des ehrgeizigen Vorhabens blieben zwei für die Bauarbeiter aufgestellte hölzerne Toilettenhäuschen, die noch immer den Haupteingang des Herrenhauses flankieren . Das Gebäude verfiel weiter, doch nun hatten die Behörden hatten nicht einmal mehr das Recht, das Unkraut beseitigen zu lassen, denn das Anwesen samt Ländereien war ja Eigentum der Firma Herrensitze und Schlösser.

Frühere Angestellte des Unternehmens gaben an, Löhne und Gehälter seien nie vollständig ausgezahlt worden, doch ihr ehemaliger Arbeitgeber ist nicht mehr erreichbar. Die Anwohner vermuten, dass die Minsker Firma Pakodan von Anfang an die Absicht gehabt habe, das Architekturdenkmal gewinnbringend weiterzuveräußern statt es zu restaurieren und ihm neues Leben einzuhauchen.

Wie sieht die Zukunft des gräflichen Anwesens aus? Niemand kann das mit Bestimmtheit sagen. 2017 hat die Bezirksregierung den Investitionsvertrag mit der Firma Herrensitze und Schlösser gekündigt.

Ein Nebengebäude des Gutshauses wird noch von ehemaligen Angestellten der Immobilienfirma Herrensitze und Schlösser bewohnt

Das belarussische Kulturministerium vermerkt: „Die bedeutendsten Denkmäler (…), die unter staatlichem Schutz stehen, sind in der (…) Liste der historischen und kulturellen Werte der Republik Belarus aufgeführt. Ende 2020 sind dies 5598 Objekte. (…) Das Land arbeitet entschlossen daran, sein historisches und kulturelles Erbe zu restaurieren und wiederherzustellen“ (https://president.gov.by/ru/belarus/social/culture/istoriko-kulturnoe-nasledie).

Die Dorfschule in Usmjony

Der Name des Dorfes Usmjony geht auf das slawische uzmen zurück, was so viel wie „Hochebene, Hochland“ bedeutet. In der Tat liegt der Ort auf einem Hügel oberhalb der westlichen Dwina.

Eine Gemeindeschule wird erstmals 1897 erwähnt. Offenbar fand die Unterweisung der Zöglinge im direkt neben der St. Nikolaus-Kirche (erbaut 1882) gelegenen Pfarrhaus statt. Eine weitere schriftliche Quelle zu der Schule stammt aus dem Jahr 1913 und beinhaltet Anweisungen des litauischen Diözesanschulrates zur Organisation des Unterrichts.

Zwischen 1921 bis 1939 gab es in Usmjony eine polnische Grundschule.

Nach einer vorübergehenden Unterbrechung während der Besetzung durch die Nationalsozialisten wurde der Schulbetrieb 1944 wieder aufgenommen. Zunächst als Förderschule mit sieben Jahrgängen geführt, war die Schule später bis 1988 Grundschule. Heute wird sie als allgemeinbildende Sekundarschule bezeichnet.

In den 1980-er Jahren wurde die Schule saniert und erweitert; spätestens seit dieser Zeit ist vom alten hölzernen Pfarrhaus nichts mehr zu sehen. Heute umfasst die Schule den Klassenzimmertrakt, die Verwaltung und eine Turnhalle. Auch ein kleines Heimatmuseum hat Platz gefunden – eingerichtet von einer ehemaligen Pädagogin der Schule, der engagierten Geschichtslehrerin Natalja Tomaschewitsch. Gemeinsam mit ihren Schülerinnen und Schülern plante und vollzog sie den Aufbau der Ausstellung, in der eine steinerne Pfeilspitze und eine Axt aus dem 4. Jahrtausend v. Chr., eine Geldbörse aus Silberdraht aus dem 19. Jahrhundert und Dokumente aus dem 19. und 20. Jahrhundert gezeigt werden.

Seit dem 17. Jahrhundert befand sich Usmjony im Besitz verschiedener Adelsgeschlechter. An der Wende zwischen dem 18. und 19. Jahrhunderts ließ der letzte Abkömmling der Grafen Schtschit auf seinem am von Uzmjony gegenüberliegenden Dwina-Ufer gelegenen Besitz Justinianowo ein Herrenhaus, eine Kapelle und eine Kirche bauen. Keines dieser herrschaftlichen Gebäude ist erhalten. Einzig die frühere, zum Gutshaus führende Allee gibt noch einen vagen Eindruck von der einstigen Schönheit der Anlage.

62 Schülerinnen und Schüler besuchten im Schuljahr 2021 / 2022 die Schule in Usmjony. Hinzu kam eine Vorschulgruppe mit 13 Kindern. Das Kollegium umfasst 17 Lehrkräfte.

Wärmepunkt

Zugang zum Heizungsraum eines mehrstöckigen Wohnhauses. Die Aufschrift lautet:

Wärmepunkt. Zutritt für Unbefugte verboten.

Schade – wo es doch so schön warm hinter dieser Türe ist…!

Unter weißen Flügeln

In Belarus mit seinen weiten Wiesenlandschaften und Feuchtgebieten ist der Weißstorch noch weit verbreitet. Zwischen Anfang April und Ende August sind die Vögel fester Bestandteil des ländlichen und dörflichen Lebens. Auf Bäumen, Gebäuden und den Holzmasten von Telefonleitungen kann man sie beim Nestbau und bei der Brutpflege beobachten – nicht selten Dutzende von Brutpaaren in den Dörfern und Weilern. Nicht umsonst nannte der Dichter Wladimir Korotkéwitsch (1930–1984) seine Heimat Belarus deshalb „Das Land unter weißen Flügeln“.

Immer noch fungiert der Weißstorch als eine Art inoffizielles Wahrzeichen von Belarus. Er galt als der Hüter der Wohnungen von Perun, dem obersten Gott in der slawischen Mythologie. Da ein Storchenpaar jahrelang zusammenbleibt, fungiert der Vogel im Volksglauben auch als Vorbild für ein harmonisches Familienleben und darüberhinaus – wegen seiner Ankunft nach dem Ende des Winters – als Vorbote des Frühlings. In ein Haus, auf dessen Dach Störche nisten, ziehen Glück und Harmonie ein, Zwietracht und Streit in der Familie enden, die Kinder wachsen gesund auf, und dem Hof wird eine gute Ernte beschieden sein. Die Farben von Gefieder, Beinen und Schnabel des Vogels werden mit der nationalen Farbsymbolik, insbesondere Rot und Weiß, assoziiert. Der südöstlich der Stadt Pinsk und nur 15 Kilometer von der Grenze zur Ukraine gelegene Ort Stolin führt einen Storch im Stadtwappen.

Eine der zahlreichen Sagen aus dem reichen belarussischen Märchenschatz erzählt von der Herkunft des Storchs. Vor urdenklichen Zeiten widersetzte sich ein Mann dem göttlichen Befehl, einen mit „greulichem Getier“ (Schlangen, Fröschen und Insekten) gefüllten Beutel in einen Abgrund zu schleudern. Stattdessen schnürte den Beutel auf, und die darin gefangenen Kreaturen entwischten. Der Mann wurde zur Strafe in einen Storch verwandelt und muss fortan ewig das einsammeln, was er einst aus Ungehorsam und Neugierde freiließ.

Das Kino „Freundschaft“

Das Kino „Druschba“ (Freundschaft) in Braslaw. Im Programm sind „Videofilme, nach Wahl des Publikums, täglich um 18 und um 20 Uhr, außer montags und dienstags“ sowie nachmittags um 16 Uhr Kinderfilme – ebenfalls gemäß der Zuschauerwünsche. Die Plakate rechts und links vom Eingang, die dies verkünden, sind handgemalt.

Im Gebäude sind einige Räumlichkeiten an kleine Handwerksbetriebe vermietet. Die Firma „Tele-Master“ offeriert die Reparatur von Fernsehern, Mobiltelefonen und Audio- und Videogeräten.

Und nach dem Betreten des Foyers bietet gleich rechts eine Schusterwerkstatt ihre Dienste an.

„Ausgang. Drücken“

Polozk

Polozk (belarusisch Polazk; abgeleitet vom nahe der Stadt gelegenen Fluss Polota) ist die älteste Stadt in Belarus. Erstmals erwähnt wird der Ort 862 in der ältesten erhaltenen ostslawischen Chronik, der Nestorchronik (verf. 1113-1118), doch archäologische Funde belegen, dass hier schon um 780 Menschen lebten. Mitte des 10. Jahrhunderts war die Siedlung mit Erdwällen geschützt. Im 11. Jahrhundert umgaben sie eine Fläche von 180 Hektar.

Aufgrund seines reichen historischen Erbes bietet Polozk eine große Zahl an Sehenswürdigkeiten

Seit Anfang des 14. Jahrhunderts war Polozk Teil des Großfürstentums Litauen und entwickelte sich zu einem wichtigen Handelszentrum. 1498 wurde der Stadt das Magdeburger Recht verliehen, das die Gerichtsverfassung, das Handels,- Erb- sowie das Strafrecht vereinheitlichte. Nach der zeitweiligen Eroberung von Polozk durch Iwan den Schrecklichen (1563) verlor die Stadt allmählich ihre wirtschaftliche Bedeutung. Nach den Teilungen Polens war sie im Russischen Reich nur noch eine bedeutungslose Kleinstadt.

In den Kriegen und Konflikten der Neuzeit spielte Polozk immer wieder eine Rolle. 1812 besiegten russische Truppen Teile von Napoleon Bonapartes Grande Armée. Polozk geriet durch die Kämpfe in Brand und musste evakuiert werden. Im Ersten Weltkrieg war es zwischen Frühjahr und Herbst 1918 von deutschen Truppen besetzt. Und zwischen 1919 und 1921 musste sich der neu konstituierte polnische Staat im Polnisch-Sowjetischen Krieg gegen Expansionsbestrebungen Russlands zur Wehr setzen; Polozk war in dieser Zeit unter polnischer Kontrolle, kam jedoch nach dem Friedensvertrag von Riga wieder an Sowjetrussland.

Am 30. Juni 1941 nahm die deutsche Wehrmacht Polozk ein. Fast alle der rund 8.000 in der Stadt ansässigen Juden wurden verschleppt und ermordet. Vier Jahre später (Juni bis August 1944) tobten dort im Rahmen der russischen Gegenoffensive die Kämpfe zwischen der Roten Armee und der Wehrmacht; die Stadt wurde bis zu ihrer Befreiung im Juli fast vollständig zerstört. Sämtliche Industriebetriebe waren vernichtet, die Elektrizitätswerke, Bahnanlagen und die gesamte Lebensmittel-Infrastruktur lagen in Trümmern.

Nach Ende des 2. Weltkrieges wurde die Stadt wiederaufgebaut. Sie hat heute rund 80.700 Einwohner, unter ihnen sind nur wenige hundert Menschen jüdischen Glaubens.

Die ehemalige Orthodoxe Theologische Schule (2. Hälfte 19. Jh.), heute Sitz der Bezirksverwaltung

Das Franziskanerkloster in Polozk

Die Anfänge des Polozker Franziskanerklosters gehen auf das Jahr 1628 zurück, als am rechten Ufer der Dwina (Düna) auf den Fundamenten noch älterer Vorgängerbauten die – zunächst hölzernen – Klostergebäude entstanden. 1763 wurde mit dem Bau einer gemauerten Kirche begonnen, die erst zwölf Jahre später vollendet wurde.

1778 kamen weitere, aus Stein gemauerte Gebäude hinzu, die der Unterbringung der Franziskanermönche dienten: zweistöckige Bauten, die den Barockstil des Gotteshauses entlang der Uferstraße fortführten und die bis heute erhalten sind.

Grundriss des Erdgeschosses; aus: Akademie der Wissenschaften der UDSSR (Hg.): Sbor pominkau gistoryi i kultury Belarusi. Wiebskaja Woblaz (Sammlung der historischen und Kultur-Denkmäler von Belarus, Gebiet Witebsk). Minsk 1985, S. 341, Abb. 1843.

Nach der Auflösung des Klosters im Jahr 1833 wurde es der russisch-orthodoxen Kirche überschrieben. Das Wohngebäude des Klosters diente fortan als Sitz für verschiedene Verwaltungseinrichtungen. Die Kirche ersetzte man Ende des 19. Jahrhunderts durch einen Profanbau, der im 2. Weltkrieg vernichtet wurde.

Auch heute beherbergt das erhalten gebliebene Wohngebäude des Franziskanerklosters einige Büros, dient inzwischen jedoch zum Teil auch als Wohnhaus.

Das Jesuitenkolleg in Polozk

Im Jahr 1580 wurde in Polozk, unterstützt vom polnischen König und Großfürsten von Litauen, Stefan Batory (1533-1586), ein Jesuitenkolleg gegründet. Erster Rektor wurde der Jesuitenmönch Peter Skarga (1536-1612).

Die Gebäude des Kollegs sowie die zugehörige Kirche standen zunächst auf einer Insel im Fluss Dwina (Düna). Sie wurden in der ersten Hälfte des 17. Jahrhunderts durch einen Brand vernichtet, woraufhin das Kolleg am neuen Standort im Stadtzentrum nahe des (nicht erhaltenen) Oberen Schlosses neu erbaut wurde. Schließlich wurde 1750 ein neues, nun aus Stein gebautes, dreistöckiges Kollegiengebäude errichtet.

Nach der ersten polnischen Teilung (1772) gelangte der östliche Teil des heutigen Belarus, in dem sich auch Polozk befand, ans Russische Reich. Im folgenden Jahr löste Papst Clemens XIV. (1705-1774) den Jesuitenorden auf. Zarin Katharina II. ließ diese Entscheidung nicht umsetzen, da im russisch-orthodoxen Russland die päpstliche Autorität nicht anerkannt war. Auch wollte man die Bildungseinrichtungen, die vom Jesuitenorden betrieben wurden, nicht schließen. Und nicht zuletzt waren für die Katholiken in den ehemals polnischen Territorien, die nach der Teilung dem Russischen Reich zugefallen waren, weiterhin katholische Geistliche als Seelsorger nötig. So bestand das Jesuitenkolleg in Polozk weiter und wurde in Russland geistiges und geistliches Zentrum des Ordens.

Frontansicht des Kollegs. Aus: Juri Tschanturija: Belorusskoje gradostroitelnoje iskusstwo. Srednewekowoje nasledie, renessans, barokko, klassizism w sisteme jewropejskogo sodtschestwa (Die belorussische Stadtbaukunst. Das mittelalterliche Erbe, die Rennaisance, das Barock, der Klassizismus im System der europäischen Baukunst). Minsk 2017, S. 84.

Folgerichtig wurden die Klosteranlagen in den folgenden Jahren um verschiedene Verwaltungs- und Wirtschaftseinrichtungen erweitert. Getreidespeicher, Ställe, eine Remise, eine Bäckerei, eine Räucherei, eine Brauerei, Werkstätten, eine Druckerei und sogar eine Tuchfabrik wurden eingerichtet, ferner gab es eine Apotheke, ein Armenhaus und ein Konzerthaus. Das Kolleg wurde zu einer der reichsten Einrichtungen seiner Art in Belarus. Auch eine Reihe von Gutshöfen und deren Zweigbetrieben gehörten dazu, auf denen insgesamt mehrere tausend Menschen lebten und arbeiteten.

Plan des Jesuitenkollegs. Aus: Juri Tschanturija: Die belorussische Stadtbaukunst (a.a.O.)

Am 12. Januar 1812 wurde das Kolleg von Zar Alexander I. in eine Akademie mit den Rechten einer Universität umgewandelt. Sie bestand acht Jahre lang bis 1820 und war die erste höhere Bildungseinrichtung auf dem Gebiet des heutigen Belarus.

Der Eingang zum Jesuitenkolleg. Aus: Urbański, Antoni: Podzwonne na zgliszczach Litwy i Rusi (Ein Gruß an die Ruinen von Litauen und Russland). Warschau 1928, S. 159.

Als Anfang Februar 1820 der Generalobere des Jesuitenordens, Thaddeusz Brzozowski (geb. 1749) starb, verbannte Zar Alexander I. die Jesuiten aus dem Russischen Reich und löste die Akademie von Polozk auf. Die 60.000 Bände ihrer Bibliothek wurden an verschiedene Lehranstalten im gesamten Russischen Reich verteilt. Zwischen 1831 und 1833 wurden die Klostergebäude zu einer Militärschule für Kadetten umgebaut. Die Kirche wurde russisch-orthodox und dem Hl. Nikolaus geweiht.

In den darauffolgenden gut einhundert Jahren hatte Polozk in hohem Maße unter den Konflikten und Kriegen des 19. und 20. Jahrhunderts zu leiden. Als besonders verlustreich erwiesen sich die Besetzung der Stadt durch die deutsche Wehrmacht 1941 und die Kämpfe während der sowjetischen Gegenoffensive, die 1944 zur Befreiung der Stadt, aber auch zu ihrer fast gänzlichen Zerstörung führten. Die St. Nikolaus-Kathedrale stand als Ruine noch fast zwanzig Jahre, bis sie 1964 gesprengt wurde. Damit verlor das barock-klassizistische Ensemble endgültig seinen architektonischen Fixpunkt.

Die verbliebenen Gebäude wurden zwischen 2003 und 2005 restauriert. Heute sind darin die Fakultäten für Geisteswissenschaften und für Informatik der Staatlichen Universität Polozk untergebracht.

Das Häuschen Peters d. Gr. in Polozk

Das sogenannte „Häuschen Peters des Großen“ wurde 1692 im Barockstil als Wohnhaus gebaut und an der Wende zwischen dem 18. und 19. Jahrhundert umgebaut. Als eines der wenigen, aus der Epoche des Polnisch-Litauischen Staates (1569-1795) erhaltenen steinernen Gebäude repräsentiert es den damals für kleine Wohnhäuser üblichen Baustil. Die Legende sagt, der russische Zar Peter I. habe in diesem Haus gewohnt, als er im Juli 1705 während des Großen Nordischen Krieges (1700-1721) zur Inspektion seiner Truppen in Polozk Halt machte.

Im Zweiten Weltkrieg wurde das Haus stark beschädigt. 1949 wurde es instandgesetzt und als Kinderbibliothek genutzt. Seit 1998 beherbergt es das kulturhistorische Museum von Polozk. Die 2008 begonnene grundlegende Sanierung war zugleich Anlass für eine Neuaufstellung der ständigen Sammlung des Museums.

Das Dreikönigskloster in Polozk

Das Dreikönigskloster in Polozk wurde 1582 gegründet. Die Epiphaniaskirche wurde im 16. Jahrhundert als hölzerner Kirchenbau für eine russisch-orthodoxe Bruderschaft errichtet. Angrenzende hölzerne Gebäude kamen hinzu und beherbergten neben den Klosterräumlichkeiten und Mönchszellen auch eine theologische Schule. Hier lehrte von 1656 bis 1659 der bedeutende Polozker Dichter, Schriftsteller und Mönch Simeon Polozki (1629-1680). Jahrhundertelang war das Kloster das Zentrum des russisch-orthodoxen religiösen Lebens in Polozk.

1682 und 1775 brannten die hölzernen Gebäude nieder, und 1761 wurde mit dem Bau einer steinernen Kirche begonnen – ebenfalls unterbrochen durch einen Brand im Folgejahr, ehe die Weihe 1777 erfolgen konnte. Fertiggestellt wurde das Gotteshaus erst 1779, als Polozk bereits zum Russischen Reich gehörte. In den folgenden Jahren wurde auch das Kloster mit der angegliederten Klosterschule nach Plänen des italienischen Baumeisters Giacomo Antonio Domenico Quarenghi (1744-1817) neu errichtet.

Das Klostergebäude beherbergte außer den Mönchszellen und der Wohnung des Abtes zwei beheizte Winterkirchen. Auch eine Schule (betrieben zwischen 1784 und 1791 und 1812 und 1900) und das städtische Armenhaus, das zwischen 1792 und 1812 bestand, befanden sich in seinen Mauern.

Während der Oktoberrevolution wurde das Kloster geschlossen, doch in der Dreikönigskirche fanden weiterhin Gottesdienste statt. Später teilte das Kloster das Schicksal anderer Sakralbauten auf sowjetrussischem Gebiet. Die Kirche wurde in den 1930-er Jahren zur Turnhalle umfunktioniert und fand noch in den 1980-er Jahren als Kunst- und Ausstellungshalle Verwendung, nachdem sie zuvor grundlegend restauriert worden war.

1991 wurde das Gotteshaus an die Gläubigen zurückgegeben und steht seither unter dem Patronat der Diözese von Polozk. Die Kirche beherbergt berühmte Ikonen, unter denen die Ikone der Gottesmutter „Freude aller Trauernden“ bei den Gläubigen besondere Verehrung genießt. Im einstigen Wohn- und Wirtschaftsgebäude sind ein Buchdruck-Museum und eine Bibliothek untergebracht.

Das verschwundene Landgut bei Teraspol

Noch vor einigen Jahren stand mitten auf einem Feld nahe des Dörfchens Teraspol eine Ruine, die bei der Fahrt auf der Landstraße R43 von Sluzk in Richtung Westen sogleich ins Auge fiel.

Etwa 18 Kilometer fährt man von Sluzk aus. Der zweistöckige, verputzte Ziegelbau hatte einen annähernd quadratischen Grundriss. Sein symmetrischer Aufbau, die noch erkennbaren dekorativen Elemente (etwa die halbbogenförmigen Fensteröffnungen, das mittig umlaufende Gesims und die Lisenen an den Gebäudecken) ließen vermuten, dass es sich, wenn nicht um ein Gutshaus, so doch um ein repräsentatives Neben- oder Wirtschaftsgebäude zu einem Landgut handelte.

Ein Blick in alte Landkarten bestätigt diese Vermutung. In einem historischen Plan ist sogar von einem Rittergut die Rede, das sich in unmittelbarer Nähe befand.

In dieser Landkarte aus dem Jahr 1866 ist die Rede von einem „Gosp. d. Tiraspol“ , einem „Herrenhaus Tiraspol“. Die Abkürzung „Kl.“ darüber weist auf einen Friedhof (kladbischtsche) oder eine Grablege hin.

Auch mehr als ein halbes Jahrhundert später hat sich nicht viel geändert:

Wie schon Mitte des 19. Jahrhunderts befindet sich das Landgut auch um 1915 auf einer von Bäumen und Büschen umgebenen Anhöhe.

Mitte der 1920-er Jahre ist erstmals von einer Fabrik (Fb.) die Rede:

Das war keine Seltenheit auf den größeren herrschaftlichen Landgütern. Dazu gehörten nicht nur Stallungen, Scheunen, Remisen und Werkstätten. Auch Mühlen, Brauhäuser, Brennereien und andere Einrichtungen zur Weiterverarbeitung landwirtschaftlicher Produkte befanden sich auf den Hofanlagen. Eine etwa zur gleichen Zeit entstandene Landkarte präzisiert die Einrichtung:

Hier wurde eine Fabrik zur Gewinnung von Stärke (Fb. Krochm., poln. Fabryka Krochmalu) betrieben. Die Wahrscheinlichkeit, dass es sich bei der Ruine um die Grundmauern dieser, dem Herrenhaus angegliederte Einrichtung handelte, ist groß. Dem widerspricht auch nicht die für einen Zweckbau recht aufwendige Gestaltung. Die Gutsherren zeigten gern die Fortschrittlichkeit ihrer Betriebe und bezogen aus ihr neben dem finanziellen Gewinn auch einen großen Teil ihres Renommees. Interessant ist auch, dass es zu dieser Zeit ein Gotteshaus auf dem Gutshof gegeben hat, wie das entsprechende Symbol zeigt.

Auf einer deutschen Generalstabskarte aus dem Jahr 1944 hingegen ist von der Existenz des Landguts kaum mehr etwas erkennbar. Westlich der Brücke am unteren Rand des Kartenausschnitts glaubt man, noch einige Relikte der ehemals zur Anlage gehörenden Bauten erkennen zu können, doch weder die Kapelle noch das Herrenhaus selbst sind hier noch zu sehen.

Heute ist auch die letzte Ruine, die ehemalige Stärkefabrik, Zeugnis einer wechselvollen Geschichte dieses Ortes, vollständig abgetragen.