Das verschwundene Landgut bei Kurapolje

Auf der Karte des westlichen Rußlands, 1917 herausgegeben von der Kartographischen Abteilung der Königlich Preußischen Landesaufnahme ist es noch eingezeichnet: das Landgut nahe dem Dorf Kurapolje, nur wenige Kilometer von der Grenze zum benachbarten Litauen entfernt.

Bis vor wenigen Jahren standen hier noch die Ruinen zweier Wirtschaftsgebäude.

Das größere der beiden Häuser war sogar unterkellert und diente vielleicht der Aufbewahrung landwirtschaftlicher Erzeugnisse und Vorräte; möglicherweise handelte es sich aber auch um ein Wohngebäude für Bedienstete des Gutes.

Unweit von diesem größeren Bauwerk befand sich ein kleineres Haus – offenkundig diente es weder als Wohnhaus noch als Speicher oder Scheune; dafür war sein Grundriss zu klein. Wahrscheinlicher ist, dass es ehedem eine Pumpe beherbergte, die Teile des Landgutes entwässert haben mag.

In unmittelbarer Nähe fließt nämlich das Flüsschen Lutschajka vorbei.

Vermittelten die aufgegebenen historischen Bauten jahrelang ein betrübliches Bild, so sind sie inzwischen vollständig abgetragen, und es erinnert kaum mehr etwas an die Geschichte des nun endgültig verschwundenen Landguts.