{"id":543,"date":"2020-05-25T20:34:55","date_gmt":"2020-05-25T18:34:55","guid":{"rendered":"http:\/\/unter-weissen-fluegeln.de\/?p=543"},"modified":"2020-12-23T19:40:43","modified_gmt":"2020-12-23T18:40:43","slug":"das-landgut-der-swjatopolk-mirskis","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/unter-weissen-fluegeln.de\/?p=543","title":{"rendered":"Das Landgut der Swjatopolk-Mirskis"},"content":{"rendered":"<p>F\u00fcnf Kilometer vom St\u00e4dtchen Miory entfernt liegt, etwas versteckt in einem verwilderten Park in Kamenpole, das Gutshaus der Adelsfamilie Swjatopolk-Mirski, deren urspr\u00fcnglicher Familienname (Mirski) auf den Ortsnamen Miory zur\u00fcckgeht. Die Flur Kamenpole war bis zum Beginn des 17. Jahrhunderts Teil einer gro\u00dfen Besitzung mit Zentrum in Miory. Als die Swjatopolk-Mirskis 1637 einen Teil davon erwarben, errichteten sie in Kamenpole ein erstes Geb\u00e4ude. Bis in die 1930-er Jahre existierten eine (nicht erhaltene) h\u00f6lzerne Kapelle, ein Ljamus (ein zweist\u00f6ckiges Wirtschaftsgeb\u00e4ude mit umlaufender Galerie im oberen Stockwerk). Das noch heute erhaltene Gutshaus wurde 1873 erbaut. Das h\u00f6lzerne Geb\u00e4ude hatte einen von sechs S\u00e4ulen getragenen Portikus \u00fcber dem zentralen Eingang.<\/p>\n<p><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"aligncenter size-full wp-image-547\" src=\"https:\/\/unter-weissen-fluegeln.de\/wp-content\/uploads\/2020\/03\/Grundriss_usadba_Mirskich.jpg\" alt=\"\" width=\"599\" height=\"313\" srcset=\"https:\/\/unter-weissen-fluegeln.de\/wp-content\/uploads\/2020\/03\/Grundriss_usadba_Mirskich.jpg 599w, https:\/\/unter-weissen-fluegeln.de\/wp-content\/uploads\/2020\/03\/Grundriss_usadba_Mirskich-300x157.jpg 300w\" sizes=\"auto, (max-width: 599px) 100vw, 599px\" \/><\/p>\n<p style=\"text-align: center;\">Grundriss des Gutshauses der Familie Swjatapolk-Mirski<\/p>\n<p style=\"text-align: center;\"><em>Aus: Akademie der Wissenschaften der Belarussischen SSR (Hg.): Sbor pominkau i kultury Belarusi. Wizebskaja woblaz (Sammlung der Geschichts- und Kulturdenkm\u00e4ler der Belarussischen SSR. Gebiet Witebsk). Minsk 1985, S. 309, Nr. 1683.<\/em><\/p>\n<p>Beidseits des Zufahrtsweges wurden Anfang des 20. Jahrhunderts weitere Wirtschaftsgeb\u00e4ude gebaut. Besonders repr\u00e4sentativ war der 1907 errichtete Pferdestall aus rotem Ziegelmauerwerk mit seiner dreifach gegliederten im Stil der Neogotik gestalteten Fassade. Die bis vor wenigen Jahren noch stehenden Au\u00dfenmauern sind mittlerweile vollst\u00e4ndig eingest\u00fcrzt.<\/p>\n<p>Nach dem 2. Weltkrieg wurde das Gutshaus verklinkert und von der Verwaltung der Kolchose &#8222;Prawda&#8220; (Wahrheit) genutzt. Dadurch ver\u00e4nderten sich sein \u00c4u\u00dferes und Inneres bis zur Unkenntlichkeit.<\/p>\n<p><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"aligncenter size-full wp-image-544\" src=\"https:\/\/unter-weissen-fluegeln.de\/wp-content\/uploads\/2020\/03\/10_H_06_2017_09_uwf.jpg\" alt=\"\" width=\"570\" height=\"571\" srcset=\"https:\/\/unter-weissen-fluegeln.de\/wp-content\/uploads\/2020\/03\/10_H_06_2017_09_uwf.jpg 570w, https:\/\/unter-weissen-fluegeln.de\/wp-content\/uploads\/2020\/03\/10_H_06_2017_09_uwf-300x300.jpg 300w, https:\/\/unter-weissen-fluegeln.de\/wp-content\/uploads\/2020\/03\/10_H_06_2017_09_uwf-150x150.jpg 150w\" sizes=\"auto, (max-width: 570px) 100vw, 570px\" \/><\/p>\n<p>Auch vom weitl\u00e4ufigen Park ist wenig erhalten, doch die Allee als Zufahrt und die vielen jahrhundertealten B\u00e4ume, f\u00fcr die das Areal einst ber\u00fchmt war, lassen die einstige Sch\u00f6nheit der Anlage bis heute erahnen. Der formale Gartenteil grenzte direkt ans Landhaus und wurde durch einen rechteckigen Wassergraben begrenzt. Ein gr\u00f6\u00dferer, u-f\u00f6rmiger Wassergraben umgab wiederum die gesamte Anlage.<\/p>\n<p><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"aligncenter size-full wp-image-546\" src=\"https:\/\/unter-weissen-fluegeln.de\/wp-content\/uploads\/2020\/03\/Lageplan_usadba_Mirskich.jpg\" alt=\"\" width=\"696\" height=\"741\" srcset=\"https:\/\/unter-weissen-fluegeln.de\/wp-content\/uploads\/2020\/03\/Lageplan_usadba_Mirskich.jpg 696w, https:\/\/unter-weissen-fluegeln.de\/wp-content\/uploads\/2020\/03\/Lageplan_usadba_Mirskich-282x300.jpg 282w\" sizes=\"auto, (max-width: 696px) 100vw, 696px\" \/><\/p>\n<p style=\"text-align: center;\">Plan des Landguts der Familie Swjatapolk-Mirski<\/p>\n<p style=\"text-align: center;\">1: Gutshaus; 2-5: Gutshof mit Pferdestall; 6, 7, 8: Wirtschaftsgeb\u00e4ude; 9: Eiskeller; 10: Schmiede<\/p>\n<p style=\"text-align: center;\"><em>Aus: Akademie der Wissenschaften der Belarussischen SSR (Hg.): Sbor pominkau i kultury Belarusi. Wizebskaja woblaz (Sammlung der Geschichts- und Kulturdenkm\u00e4ler der Belarussischen SSR. Gebiet Witebsk). Minsk 1985, S. 309, Nr. 1683.<\/em><\/p>\n<p>Heute ist der Park vollkommen verwildert. Neben dem Gutshaus rosten eine Schaukel und eine Wippe vor sich hin; etwas weiter hat man einige weitere Geb\u00e4ude, errichtet aus Betonfertigteilen und in unbeholfen-sozialistischer Art dekoriert, r\u00fccksichtslos in den einstigen Landschaftsgarten gesetzt. Die Stimmung ist gepr\u00e4gt von Tr\u00fcbnis und Verfall; erstaunlich, dass sich die Dorfjugend ausgerechnet diesen Ort als Refugium f\u00fcr Liebespaare erkoren hat.<\/p>\n<p><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"aligncenter size-full wp-image-545\" src=\"https:\/\/unter-weissen-fluegeln.de\/wp-content\/uploads\/2020\/03\/11_H_06_2017_09.jpg\" alt=\"\" width=\"571\" height=\"570\" srcset=\"https:\/\/unter-weissen-fluegeln.de\/wp-content\/uploads\/2020\/03\/11_H_06_2017_09.jpg 571w, https:\/\/unter-weissen-fluegeln.de\/wp-content\/uploads\/2020\/03\/11_H_06_2017_09-300x300.jpg 300w, https:\/\/unter-weissen-fluegeln.de\/wp-content\/uploads\/2020\/03\/11_H_06_2017_09-150x150.jpg 150w\" sizes=\"auto, (max-width: 571px) 100vw, 571px\" \/><\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>F\u00fcnf Kilometer vom St\u00e4dtchen Miory entfernt liegt, etwas versteckt in einem verwilderten Park in Kamenpole, das Gutshaus der Adelsfamilie Swjatopolk-Mirski, deren urspr\u00fcnglicher Familienname (Mirski) auf den Ortsnamen Miory zur\u00fcckgeht. 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