{"id":300,"date":"2019-06-13T20:12:56","date_gmt":"2019-06-13T18:12:56","guid":{"rendered":"http:\/\/unter-weissen-fluegeln.de\/?p=300"},"modified":"2019-09-10T23:19:08","modified_gmt":"2019-09-10T21:19:08","slug":"osada-dedino-ist-grossvaters-landgut-dem-untergang-geweiht","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/unter-weissen-fluegeln.de\/?p=300","title":{"rendered":"Osada Dedino &#8211; ist Gro\u00dfvaters Landgut dem Untergang geweiht?"},"content":{"rendered":"<p>Unweit des Dorfes Dedino (Kreis Mijory, Gebiet Witebsk) steht das Landgut der alteingesessenen Adelsfamilie Rudnitzki. &#8222;Osada Dedino&#8220; bedeutet so viel wie &#8222;Gro\u00dfv\u00e4terliche Besitzung&#8220;, &#8222;Gro\u00dfv\u00e4terliches Erbe&#8220;. Erstmals belegt ist der Ort in Quellen, die ins 16. Jahrhundert datieren, die erste urkundliche Erw\u00e4hnung stammt aus dem Jahr 1517. Wenige Jahrzehnte sp\u00e4ter, 1550, wird das Dorf bereits als Siedlung mit einer Kirche gef\u00fchrt.<\/p>\n<p>Ende des 17. Jahrhunderts gelangte das Dorf in den Besitz der Familie Rodominow (Rudominow) &#8211; eines uralten Geschlechts im Gro\u00dff\u00fcrstentum Litauen, das Kaufleute, Diplomaten, Offiziere und Literaten hervorgebracht hatte. 1768 verkauft die Familie das Dorf und die L\u00e4ndereien an Jan Rudnitzkij, der im Gro\u00dff\u00fcrstentum Litauen den Rang eines Rittmeisters bekleidete. Damit wurde der Ort zum Stammsitz der Rudnitzkis.<\/p>\n<p><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"aligncenter size-full wp-image-303\" src=\"https:\/\/unter-weissen-fluegeln.de\/wp-content\/uploads\/2019\/06\/11_rudnickich_gr.jpg\" alt=\"\" width=\"570\" height=\"571\" srcset=\"https:\/\/unter-weissen-fluegeln.de\/wp-content\/uploads\/2019\/06\/11_rudnickich_gr.jpg 570w, https:\/\/unter-weissen-fluegeln.de\/wp-content\/uploads\/2019\/06\/11_rudnickich_gr-150x150.jpg 150w, https:\/\/unter-weissen-fluegeln.de\/wp-content\/uploads\/2019\/06\/11_rudnickich_gr-300x300.jpg 300w\" sizes=\"auto, (max-width: 570px) 100vw, 570px\" \/><\/p>\n<p>1810 veranlasste Alexander Rudnitzkij, der Son Jan Rudnitzkis, den Neubau eines Gutshauses nach Pl\u00e4nen des polnisch-litauischen Architekten Witkowski, von dem Namen und Lebens- und Sterbedaten nicht \u00fcberliefert sind. 1820 wurde der Bau des Herrenhauses vollendet. Vor dem Geb\u00e4ude wurde ein Landschaftspark angelegt, dessen Anlage heute noch erkennbar ist.<\/p>\n<p><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"aligncenter size-full wp-image-304\" src=\"https:\/\/unter-weissen-fluegeln.de\/wp-content\/uploads\/2019\/06\/09_Park_Rudnickich_gr.jpg\" alt=\"\" width=\"570\" height=\"571\" srcset=\"https:\/\/unter-weissen-fluegeln.de\/wp-content\/uploads\/2019\/06\/09_Park_Rudnickich_gr.jpg 570w, https:\/\/unter-weissen-fluegeln.de\/wp-content\/uploads\/2019\/06\/09_Park_Rudnickich_gr-150x150.jpg 150w, https:\/\/unter-weissen-fluegeln.de\/wp-content\/uploads\/2019\/06\/09_Park_Rudnickich_gr-300x300.jpg 300w\" sizes=\"auto, (max-width: 570px) 100vw, 570px\" \/><\/p>\n<p>Beim Geb\u00e4ude handelt es sich um einen rechteckigen Bau mit Walmdach. Den Zugang \u00fcberdacht ein von vier S\u00e4ulen getragener Portikus. Karnise und Risalite gliedern Vorder- und Seitenfassaden. Im Innern f\u00fchrt vom Vestib\u00fcl eine Treppe ins Obergeschoss. Die Aufteilung der R\u00e4umlichkeiten war im Erdgeschoss ann\u00e4hernd quadratisch bzw. rechteckig; im Obergeschoss gab es einen Saal und weitere, gro\u00dfz\u00fcgig angelegte repr\u00e4sentative R\u00e4umlichkeiten. Im Untergeschoss befanden sich die Wirtschaftsr\u00e4ume.<\/p>\n<p><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"aligncenter size-full wp-image-301\" src=\"https:\/\/unter-weissen-fluegeln.de\/wp-content\/uploads\/2019\/06\/08_Usadba_Rudnickich_gr.jpg\" alt=\"\" width=\"570\" height=\"569\" srcset=\"https:\/\/unter-weissen-fluegeln.de\/wp-content\/uploads\/2019\/06\/08_Usadba_Rudnickich_gr.jpg 570w, https:\/\/unter-weissen-fluegeln.de\/wp-content\/uploads\/2019\/06\/08_Usadba_Rudnickich_gr-150x150.jpg 150w, https:\/\/unter-weissen-fluegeln.de\/wp-content\/uploads\/2019\/06\/08_Usadba_Rudnickich_gr-300x300.jpg 300w\" sizes=\"auto, (max-width: 570px) 100vw, 570px\" \/><\/p>\n<p>Das Landgut blieb \u00fcber Generationen im Besitz der Familie Rudnitzki, bis Siegmund Rudnitzki, bekannt und ber\u00fcchtigt f\u00fcr seinen aufwendigen, verschwenderischen Lebensstil, gezwungen war, es in den 1930er Jahren an die Familie Wischnewetzki \u00fcberschreiben zu lassen, um seine Schulden bei ihnen zu begleichen. Neun Jahre sp\u00e4ter jedoch gelang es Siegmunds Schw\u00e4gerin Aljona Jablonskaja, den Besitz zur\u00fcckzukaufen; sie \u00fcberschrieb ihn jedoch nicht Siegmund, sondern der Universit\u00e4t Winniza (in der heutigen Ukraine gelegen).<\/p>\n<p>Mit Beginn des 2. Weltkriegs kehrte Siegmund Rudnitzki nach Dedino zur\u00fcck. Als das Gebiet von den deutschen Truppen besetzt wurde, ernannten sie Siegmund zum Dorf\u00e4ltesten. Gegen\u00fcber der Dorfbev\u00f6lkerung verhielt dieser sich jedoch immer gutherzig und erf\u00fcllte die Befehle der deutschen Besatzer nicht, wof\u00fcr er schlie\u00dflich ermordet wurde, nachdem er zuvor sein eigenes Grab hatte ausheben m\u00fcssen. Wo sich dies befindet, ist unbekannt; aber gegen\u00fcber vom Gutshaus war einst seine Mutter, Maria Rudnitzki, beerdigt. Das Grab wurde von Grabr\u00e4ubern gepl\u00fcndert, aber der Grabstein ist erhalten und befindet sich noch auf dem Gel\u00e4nde.<\/p>\n<p>Nach dem 2. Weltkrieg wurde das Gutshaus unterschiedlich genutzt, u.a. als Verwaltungsgeb\u00e4ude der Kolchose &#8222;Der Weg Lenins&#8220;. Seit den 1970-er Jahren verf\u00e4llt es zusehends. Der Versuch, es an einen Investor zu verkaufen, schlug fehl. Da weder die Gemeinde noch der Landkreis oder die Gebietsverwaltung \u00fcber die Mittel zur Restaurierung und Unterhaltung des Denkmals verf\u00fcgen, scheint es dem Untergang geweiht zu sein.<\/p>\n<p><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"aligncenter size-full wp-image-302\" src=\"https:\/\/unter-weissen-fluegeln.de\/wp-content\/uploads\/2019\/06\/07_Rudnickich_gr.jpg\" alt=\"\" width=\"570\" height=\"570\" srcset=\"https:\/\/unter-weissen-fluegeln.de\/wp-content\/uploads\/2019\/06\/07_Rudnickich_gr.jpg 570w, https:\/\/unter-weissen-fluegeln.de\/wp-content\/uploads\/2019\/06\/07_Rudnickich_gr-150x150.jpg 150w, https:\/\/unter-weissen-fluegeln.de\/wp-content\/uploads\/2019\/06\/07_Rudnickich_gr-300x300.jpg 300w\" sizes=\"auto, (max-width: 570px) 100vw, 570px\" \/><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Unweit des Dorfes Dedino (Kreis Mijory, Gebiet Witebsk) steht das Landgut der alteingesessenen Adelsfamilie Rudnitzki. &#8222;Osada Dedino&#8220; bedeutet so viel wie &#8222;Gro\u00dfv\u00e4terliche Besitzung&#8220;, &#8222;Gro\u00dfv\u00e4terliches Erbe&#8220;. 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